Seebrücke-Demo am Samstag, 28. Juli, 12 Uhr, Hafenplatz, Münster

Seebrücke-Demo am 28. Juli in Münster

Schafft sichere Häfen! – Seebrücke statt Seehofer

Die Seebrücke ist eine internationale Bewegung aus der Zivilbevölkerung. Wir fordern sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme von geflüchteten Menschen. Wir wollen mehr Rettung statt weniger!

Das Münsteraner Aktionsbündnis „MS Seebrücke“ veranstaltet am kommenden Samstag, den 28. Juli, ab 12 Uhr eine Demonstration vom Hafenplatz bis zum Prinzipalmarkt. Wir wollen ein Zeichen setzen gegen das Sterben von Geflüchteten im Mittelmeer und für sichere Häfen. Alle Teilnehmer*innen sind dazu aufgerufen orange-farbene Kleidungsstücke zu tragen, die Farbe der Seenotrettung und der Aktion Seebrücke.

https://www.facebook.com/events/227635997879978/

Weitere Infos:

https://seebruecke.org/wp/

https://www.facebook.com/SeebrueckeSchafftsichereHaefen/

https://twitter.com/_Seebruecke_

SEENOTRETTUNG IST KEIN VERBRECHEN

Nach einem Vortrag von Aline Watermann über ihren Einsatz als Seenotretterin am 13. Juli und einer Mitmach-Aktion für Seenotrettung am 21. Juli folgt in Münster nun eine Großdemonstration am 28. Juli. Vom Hafenplatz aus wollen wir um 12 Uhr unsere Solidarität und unseren Widerstand in die Innenstadt tragen, denn:

Menschen im Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung der Festung Europa weiter voranzutreiben und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und widerwärtig. Migration ist und war schon immer Teil unserer Gesellschaft! Statt geschlossenen Grenzen brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen.

Doch statt die Solidarität innerhalb der Bevölkerung anzuerkennen, versucht Innenminister Seehofer Seenotrettung und Flucht zu kriminalisieren. Sein Plan ist es, dass keine Schiffe mehr auslaufen können. Wir wollen genau das Gegenteil: Nicht weniger Rettung, sondern viel, viel mehr!

Dabei wissen wir, dass es am Ende darum geht Verhältnisse zu schaffen, in denen kein Mensch fliehen muss, in denen jede Person sich frei bewegen kann und in denen Seenotrettung nicht nötig ist. Stoppen wir das Sterben im Mittelmeer!

SZ: Abgeschobener Afghane begeht Suizid

Die AfD sitzt mitten in der Bundesregierung! Seehofer freut sich an seinem 69. Geburtstag 69 Afghanen abschieben zu können… Ein Geflüchteter ist nun in Afghanistan qualvoll gestorben.

„Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“ (Bertolt Brecht)

http://www.sueddeutsche.de/politik/abgeschobener-afghane-kabul-selbstmord-1.4049781

Abgeschobener Afghane begeht Suizid

Am 4. Juli waren mit einem Abschiebeflug zahlreiche abgelehnte Asylbewerber ausgeflogen worden.

Einer von ihnen hat sich nach seiner Rückkehr erhängt, wie das Innenministerum bestätigt.

Weitere Brisanz erhält der Fall durch eine ohnehin schon scharf kritisierte Bemerkung von Innenminister Seehofer.

Ein vor einer Woche aus Deutschland abgeschobener afghanischer Asylbewerber hat sich nach seiner Rückkehr erhängt. Das bestätigte das Innenministerium. Der Mann, der in Hamburg gelebt hatte, war mit dem Abschiebeflug nach Afghanistan gelangt, den Innenminister Horst Seehofer jüngst bei der Vorstellung seines Migrationsplans lobend erwähnt hatte. Die Äußerung war scharf kritisiert worden. Der afghanische Asylbewerber sei am Dienstag in einer von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zur Verfügung gestellten vorübergehenden Unterkunft in Kabul aufgefunden worden, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Flüchtlingsministeriums in Kabul der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Der Mann aus der nordafghanischen Provinz Balkh sei 23 Jahre alt gewesen und habe acht Jahre lang in Deutschland gelebt, bevor er abgeschoben worden sei. Eine Quelle aus dem Kabuler Büro der IOM bestätigte die Darstellung. Man untersuche den Vorfall noch. Der Mann sei im Spinsar-Hotel aufgefunden worden, wo die IOM rückkehrenden Flüchtlingen, die nicht wissen wo sie unterkommen können, für einige Tage Unterkunft gewährt. Der Mann sei in Deutschland rechtskräftig wegen Diebstahls und Körperverletzung verurteilt gewesen, so ein Sprecher des Innenministeriums. Mit dem jüngsten Abschiebeflug aus Deutschland hatten Bund und Länder mit 69 Passagieren ungewöhnlich viele abgelehnte Asylbewerber abgeschoben. Allein Bayern hatte 51 Menschen zurückgeschickt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich zufrieden über die hohe Zahl der Abgeschobenen geäußert. Der Abschiebeflug fiel mit seinem 69. Geburtstag zusammen. „Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag“, sagte Seehofer bei der Vorstellung seines Migrationsplans, „sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden“. Der Satz war vermutlich als Witz gemeint. Im Saal hatte aber, so zeigen es Fernsehaufnahmen, niemand gelacht. Später gab es viel Kritik, von der Opposition, aber zum Teil auch vom Koalitionspartner SPD. Der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold etwa bezeichnet die Äußerung auf Twitter als „erbärmlich“ und nannte Seehofer den „Master des Zynismus“. Nach dem Selbstmord werden unter anderem aus SPD Rücktrittsforderungen laut. Juso-Chef Kevin Kühnert schrieb bei Twitter, Seehofer sei ein „erbärmlicher Zyniker und dem Amt charakterlich nicht gewachsen.“ Sein Rücktritt sei überfällig. Auch SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel übte Kritik und erklärte via Twitter, Zynismus verbiete sich, das hätten die letzten Stunden wieder einmal bewiesen. Flüchtlingsaktivisten von Pro Asyl und Bayerischem Flüchtlingsrat hatten kritisiert, dass die seit einem schweren Anschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul geltende Selbstverpflichtung, nur Straftäter, terroristische Gefährder und sogenannte Identitätstäuscher abzuschieben, weggefallen sei. Selbst „gut integrierte Personen“ würden nun abgeschoben.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben uns entschieden, in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Die Berichterstattung in diesem Fall gestalten wir deshalb bewusst zurückhaltend, wir verzichten weitgehend auf Details. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Selbsttötungen.

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

Ich schäme mich

Europa führt Krieg. Harte Worte, die nicht hart genug sein können. Gegen Geflüchtete verbündet sich die deutsche Bundesregierung mit rechtsextremen Regierungen in Österreich, Ungarn und Italien. Die Seenotrettung im Mittelmeer ist gestoppt. Die Zahl der Toten nimmt dramatisch zu. Von den Toten in lybischen Lagern und den Toten in den Wüsten Afrikas nicht zu sprechen. Europa tötet. Ich schäme mich.

Monitor vom 05.07.2018 05.07.2018 | 30:19 Min. | Das Erste

https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-monitor-vom–212.html

Themen:

Grenzen dicht in Bayern – Seehofers Pläne und die Wirklichkeit vor Ort

Keine Seenotrettung im Mittelmeer – das Ende der Humanität?

Europas Politik – Afrikas Elend

BAMF-Skandal – Wie Politik und Medien Stimmung machen